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Freitag, 6. August 2010

nur kurz verreist

sehen, hören; ahnen. fühlen
dann, auf den schultern fängt es an
die kalte hand, sie greift, sie streicht
die arme und die fingerspitzen
den rücken läuft das eis hinab
und aus den haaren werden dornen
die haut gespannt bis zu den zeh'n
und alles ist so klar. so klar
das kleine stechen in der brust
und alles geschieht wie von selbst
ein beißen auf die unterlippe
die augenlider beben, zucken
die augen schließen; hell, so hell
und heiß ist es, und dann das zittern
obwohl doch weg, so weit weit weg
das salz schmeckt nach zuhause
obwohl doch schmerz und glück vereint
das salz schmeckt nach zuhause


der letzte takt klingt aus, ich bin
doch immer noch zuhause

Donnerstag, 8. Juli 2010

Versteckspiel im Luftschloss

Ich frag' mich, hat sie wirklich kein Gesicht
Bekomme ich es einfach nicht zu fassen
Sie steht vor mir und lacht und tanzt und spricht
Verzaubert mich gar über alle Maßen

Schon tritt sie durch den Spiegel und ist weg
Verzweifelt stürm' ich los, ich muss sie finden
Ich such' sie mit der Sehkraft eines Blinden
Ich such' auf schwarzem Tuch den schwarzen Fleck

Verfolge sie durch tausendeine Welt
Mal find' ich sie, mal find' ich ihre Spuren
Doch immer bleibt der Weg zu ihr verstellt
Es bleiben nur verschwimmende Konturen

Und immer wieder fünf Minuten Glück
Und immer wieder fünf Minuten Liebe
Und immer wieder wünsch' ich, dass sie bliebe
Doch jedesmal bleib ich allein zurück

Ich trag' ein Tuch bei mir, das sie mir gab
Ich riech' daran und weiß, sie muss real sein
So flieg' ich zu den Wolken und herab
Ganz unten dämmert's mir, kann das denn wahr sein

Ich werde panisch, bleibe passioniert
Der Druck auf meiner Lunge lastet schwer
Die Augen gehen auf, ich fühl' mich leer
Und such' sie noch als sich der Traum schon längst verliert.



Samstag, 29. Mai 2010

zeitreise (wider willen)

ich sah das alte glück
verrottet
liebe lange zeit
verblasst
ich blickte heut zurück
erschrocken
letzte möglichkeit
verpasst

denn damals wurd mein herz
zerrissen
zukunft durch ein wort
zerfetzt
ich hab mich durch den schmerz
gebissen
Narben blieben dort
zuletzt

jetzt sind sie wieder auf-
gebrochen
raus kommt frisches blut
getropft
es kommt erneut heraus
gekrochen
wird nichtmal von wut
verstopft

in alten wunden salz
verstreuen
alte fehler neu
bereut
die ader schwillt am hals
aufs neue
böser alter geist
befreit

Mittwoch, 20. Mai 2009

Fragen. Nachfragen.

Ist das Glas halbvoll oder halbleer?
Wieso fühlt man sich am besten, wenn man es für halbvoll hält, und hat (vor allem im Nachhinein) so oft das Gefühl, Recht zu haben, wenn man es für halbleer hält?
Ist allein sein gut oder schlecht?
Warum hat man das Gefühl, Zeit für sich zu benötigen, aber fühlt sich einsam und nutzlos, wenn man sie bekommt?
Ist Intelligenz Glückes Hilfe oder Hindernis?
Wieso denkt man, dass es erheblich glücklicher machen würde, sich weniger Gedanken machen zu können, aber kann sich keine schlimmere Strafe vorstellen, als diese Fähigkeit zu verlieren?
Ist Fragen ein Zeichen von Dummheit oder von Intelligenz?
Lässt man durch Neugierde Wissensdurst oder Wissenslosigkeit erkennen?

Anm.: Zur letzten Frage lässt sich die Antwort noch selbst geben, muss ich zugeben.


Samstag, 25. April 2009

Use your illusions

Fiktion

Hurra, die Sonne scheint
Hurra, ein neuer Tag
Hurra, Glück ist zu sehen
Hurra, der Druck im Kessel steigt
Hurra, es heilt

Wir spüren jeden Nerv
Atmen durch jede Pore
Inhalieren des Frühlings Duft
Wir singen im Chor.

Hurra, der Wind ist warm
Hurra, Berge am Horizont
Hurra, vor uns liegt die See
Hurra, der Ausbruch steht bevor
Hurra, wir fliegen

Wir leben den Moment
Entdecken unsere Stärke
Trinken Leben aus der Quelle
Wir singen und singen.

Hurra, Freude
Hurra, Liebe
Hurra, Freiheit
Hurra, Glück
Hurra!

Singen, Musik.
Abspann